2017

Qualitätsoffensive wird fortgeführt

Die Qualitätsoffensive in den Kitas in Rinteln, Hessisch Oldendorf und dem Auetal wird fortgesetzt.

Der neue Koordinator, Ingmar Everding, hat seine Arbeit aufgenommen.

ROLFSHAGEN. „Qualität im Dialog“ (QiD) heißt die Qualitätsoffensive für Kindertagesstätten der Städte Rinteln, Hessisch Oldendorf und der Gemeinde Auetal. In Zusammenarbeit mit dem niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung in Hannover wurde in den Jahren 2011 bis 2013 ein Qualitätsentwicklungskonzept im Dialog mit allen Beteiligten entwickelt, dass weiter fortgeführt wird.

Koordiniert wurde das Projekt in den vergangenen drei Jahren von Denise Fischer, die inzwischen andere Aufgaben übernommen hat. Ihr Nachfolger, Ingmar Everding, hat sich jetzt, im Familienzentrum (FamZ) in Rolfshagen, den Vertretern der beteiligten Kitas vorgestellt.

Der 31-Jährige kommt aus Bad Eilsen, ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Ingmar Everding ist gelernter Erzieher, hat zwei Jahre lang den Hort in Bad Eilsen geleitet und dann ein Studium der Sozialen Arbeit und Religionsgemeinde-Pädagogik absolviert. „Vier Jahre lang habe ich als Diakon in Luhden gearbeitet, doch jetzt wollte ich die Gelegenheit nutzen und zurück kehren an die Wurzeln des Erziehers“, erklärt Everding. Durch seine Leitungserfahrung hat sich Everding selbstverständlich auch mit Qualität in Kitas beschäftigt. „Das ist ein nicht endender Prozess“, so der Pädagoge, der jetzt für 30 Wochenstungen als Koordinator der Qualitätsoffensive tätig ist und sein Büro im FamZ in Rolfshagen hat. „Allerdings werde ich dort nicht so häufig anzutreffen sein, denn ich bin für 27 Kitas in dem Bereich zuständig und werde dort so oft wie möglich sein“, erklärt Everding. Gespräche mit den Kita-Leitungen, Dienstbesprechungen will der 31-Jährige besuchen, Ideen und Strukturen geben, für die Kollegen da sein und sie unterstützen.

„Ich möchte die gute Arbeit meiner Vorgängerin Denise Fischer fortsetzen“, so Everding.

Entwicklungen im Kita-Bereich müssten ständig überprüft werden. „Die Anforderungen verändern sich, auch durch die Flüchtlinge oder die Inklusion“, weiß der Pädagoge, der auch die Qualität der Kitas aus Kindersicht einbringen möchte. „Die Beteiligung und Mitbestimmung von Kindern ist ein wichtiger Aspekt.“

Gemeinsam mit den Verantwortlichen aus den verschiedenen Einrichtungen hat Everding beim ersten Treffen in Rolfshagen Wünsche und Ideen für die künftige Arbeit gesammelt. „Wir müssen uns immer wieder austauschen, gegenseitig informieren und gemeinsam daran arbeiten, unsere Qualität noch weiter zu verbessern.“

Ziele der „Qualitätsoffensive“ seien:

Die Erwartungen und Sichtweisen der Beteiligten zu Rolle und Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte und zum Bildungsauftrag und -verständnis der gesamten Kita auszutauschen und abzugleichen.

Die Handlungskompetenzen der pädagogischen Fachkräfte auch im Hinblick darauf zu stärken, sich des Wertes der eigenen Arbeit reflexiv bewusst zu werden und diesem kommunizieren zu können.

Verbindliche, transparente und vergleichbare Qualitätsstandards bei Erhalt der Vielfalt der Einrichtungsprofile zu entwicheln.

Die Qualitätsentwicklung und -sicherung zu verstetigen.

„Ein Koordinator begleitet jede Einrichtung im Prozess und ist zuständig für die Umsetzung des Bewertungsverfahrens“, so Everding.

Unter www.qualitaet-im-dialog.com gibt es alle wichtigen Informationen zum Qualitätsentwicklungskonzept, Zielen und Hintergründen, sowie ein Kurzporträt aller beteiligten Einrichtungen.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ingmar Everding und sind gespannt auf die neuen Impulse, die sicher von ihm ausgehen werden“, sagte Beate Schürmann, Leiterin FamZ Rolfshagen.

Autorin: Kerstin Langer

 

Quelle: http://www.schaumburger-zeitung.de/, Artikel vom 14.09.2017


Qualität in Kitas wird weiter überprüft

Ausschuss befürwortet Fortsetzung des Projekts unter neuer Leitung

HESSISCH OLDENDORF/RINTELN/AUETAL. Schon seit einigen Jahren wird die pädagogische Qualität der Kitas in Hessisch Oldendorf durch das Projekt „QiD – Qualität im Dialog“ bewertet und verbessert. Jetzt soll es mit einem neuen Koordinator weitergeführt werden.

Die Qualitätsoffensive sorgt dafür, dass Betreuungs-einrichtungen sich ständig selbst reflektieren und verbessern können – wie hier im städtischen Kindergarten Fischbeck. Foto: wal

Zusammenarbeit mit Familien, Teamentwicklung, Arbeitsorganisation oder auch kindliche Bildung – das alles sind Maßnahmen im Rahmen des Qualitätssicherungsverfahrens „QiD – Qualität im Dialog“, das seit einigen Jahren in Kindertagesstätten der Städte Hessisch Oldendorf und Rinteln sowie der Gemeinde Auetal durchgeführt wird. Seit drei Jahren leitet Denise Fischer das Projekt als Koordinatorin, Ende März verlässt sie nun die Stelle. Diese soll allerdings so bald wie möglich wiederbesetzt werden, wie der Ausschuss für Schule, Familie und Sport nun einstimmig beschloss.

Insgesamt 26 Einrichtungen in den drei Ortschaften nehmen an dem Projekt teil, davon 13 Kindertagesstätten in Hessisch Oldendorf mit 26 Betreuungsgruppen. Dafür arbeiten Leitung, Erzieher, Sozialassistenten, Träger und Eltern zusammen, um die pädagogische Qualität der Kitas fortlaufend zu überprüfen und die Arbeit zu verbessern. Auch regelmäßige Weiterbildungen der Erzieher gehören zur Qualitätssicherung. Zudem hätten bereits zwei Elternbefragungen stattgefunden, sagt Fischer. Dabei sei aufgefallen, dass die Einrichtungen von den Familien meist positiver als von den Mitarbeitern bewertet wurden.

„Mit der Fortsetzung von ‚QiD – Qualität im Dialog‘ kann die Motivation der Mitarbeiter in den Einrichtungen erhalten und entgegengebrachtes Vertrauen der Eltern gewürdigt werden“, begründet die Verwaltung die Weiterführung des Projekts, das auch bereits vom Niedersächsischen Kultusministerium als geeignetes Verfahren für die gesetzlich vorgeschriebene Qualitätsentwicklung in Kitas befürwortet wurde. Zudem hätten sich die Bürgermeister der beteiligten Städte und Gemeinden für die Fortführung des Verfahrens ausgesprochen. „Es ist ein gutes Aushängeschild für Kommunen, wenn es so eine Qualitätsweiterentwicklung gibt“, sagt auch Fischer.

 

Dem stimmte auch der Ausschuss für Schule, Familie und Sport geschlossen zu. Allerdings zeigte sich hier Unmut über die zeitliche Begrenzung der Stelle des neuen Koordinators, die zunächst auf zwei Jahre festgesetzt ist. Viele Ausschussmitglieder befanden diese Befristung für unnötig, da das Projekt sehr wichtig sei und gute Ergebnisse hervorbringe.

Autorin: Johanna Lindermann

 

Quelle: http://www.dewezet.de, Artikel vom 23.03.2017


2016

Lernen, wie man das Leben anpackt

Was die Arbeit in Kindergärten erschwert – und wie sich die Qualität der Erziehung halten lässt

 

 

 

 

 

 

Ulrich Pommerenke, Lehrer, Coach und Supervisor, sprach vor 175 Erzieherinnen und Erziehern über Qualität und Qualitätsansprüche im Job. Foto: cm

Rolfshagen. Während der Anteil von Erzieherinnen an der Gesamtdorfbevölkerung in Rolfshagen kurzfristig rapide um 175 Personen anstieg, konnte man im Straßenbild von Rinteln, Hessisch Oldendorf und dem Auetal mit einer für einen Wochentag überdurchschnittlichen Sichtung von Müttern mit kleinen Kindern rechnen. Hintergrund: Sämtliche Kitas in kommunaler Trägerschaft hatten vergangene Woche für einen Tag geschlossen, damit ihre Mitarbeiter am großen Fachtag „Qualität im Dialog“ (QiD) teilnehmen konnten.

 

Nachdem die Ergebnisse der Einrichtungen bei ihren Bemühungen um mehr Qualität in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen vorgestellt wurden, sollten die Kita-Mitarbeiter dieses Mal auch Anregungen und Input durch einen Vortrag und Workshops mit nach Hause nehmen.

 

Als ganz besonders anregendes „Schmankerl“ erwies sich dabei der Beitrag von Vortragsredner Ulrich Pommerenke. Der Lehrer, Coach und Supervisor traf, so konnte man später den begeisterten Gesprächen entnehmen, den Nerv der anwesenden Pädagoginnen. Er zäumte das Pferd „Qualitätssicherung“ mal ganz am anderen Ende auf.

 

Sein Thema: die Weiterentwicklung des Menschen beziehungsweise Mitarbeiters selbst – Knackpunkte, die das Leben als Erzieherin erschweren, waren für ihn schnell ausgemacht. Erstens: „Elementarpädagogische Fachkräfte fühlen den Wert ihrer Arbeit nicht.“ Als zweite problematische Haltung benannte der Redner die fatale Neigung bei vielen Erzieherinnen, immer alle Erwartungen erfüllen zu wollen, am besten auch noch in Perfektion. Anstatt jedoch ständig den Anforderungen, die das Umfeld an sie stellen würde, hinterherzu- hecheln, empfahl der lebenserfahrene Pädagoge, öfter einmal innezuhalten. „Wann haben Sie sich das letzte Mal gefragt, was für Sie selbst das Wesentliche im Leben ist? Was Ihre persönliche Vorstellung von Sinn und Wert ist?“, lautete seine Frage an die Anwesenden.

 

Man konnte am folgenden nachdenklichen Schweigen gut erkennen, dass bei den meisten der Alltagsstress keinen großen Raum für solche Überlegungen übrig lässt. Dabei wird beim Vortrag von Pommerenke schnell deutlich, wie sehr Persönlichkeit und Arbeitsqualität gerade im Beruf der Erzieherin miteinander verbunden sind. „In anderen Berufen, in denen es um Produktion oder technisches Wissen geht, bilden Teamfähigkeit und Ähnliches als Soft Skills nur einen Nebenaspekt bei der Qualifizierung. In der Arbeit von Erzieherinnen ist diese soziale Kompetenz jedoch quasi ihr wirkliches berufliches Kapital“, erklärte der Coach.

 

„Kinder lernen ja von Ihnen nicht in erster Linie, wie man eine Schere hält, sondern wie man das Leben anpackt.“ Und es mache schon einen deutlichen Unterschied, ob Kinder von resignierten, überforderten oder ängstlichen Erwachsenen ins Leben begleitet würden, oder ob sie Menschen mit Mitgefühl, Mut und Vertrauen ins Leben an ihrer Seite hätten. „Kümmert euch unbedingt auch um euch selbst!“ lautete folglich der Aufruf Pommerenkes an die Zuhörerinnen. Qualität bei der Arbeit würde nämlich im Inneren anfangen.

 

Da lag der Vortragende mit seiner Einschätzung gar nicht weit vom Konzept der Initiative für Qualität entfernt, die auch die Wechselwirkung von innerer und äußerer Qualität im Blick hat. Beispielhaft für viele Anwesende erklärt Tanja Büthe von der Kita Rehren: „Wir sind froh, mit ,QiD‘ ein Werkzeug an die Hand bekommen zu haben, das es erleichtert, einzelne Arbeitsbereiche einmal genau unter die Lupe zu nehmen und auf Verbesserungsmöglichkeiten zu untersuchen.“ Dass mit Koordinatorin Denise Fischer auch noch für den Blick von außen auf die Einrichtung gesorgt sei, helfe zusätzlich bei der Suche nach neuen Wegen. Sprach’s und machte sich auf zum nächsten Termin: Runder Tisch beim Landkreis zum Thema Flüchtlingskinder ohne Deutschkenntnisse in den Betreuungseinrichtungen. „Es geht immer auf Veränderung aus“, hatte es an einer Stelle bei Pommerenke geheißen. Und die nächsten Herausforderungen und Veränderungen stehen bei den Kitas, so scheint es, schon wieder vor der Tür.

Autor: Von Claudia Masthoff

 

Quelle: http://www.schaumburger-zeitung.de/, Artikel vom 02.03.2016


2015

Kindertagesstätten gemeinsam an einem Tisch

Fachabend „Qualität im Dialog“ erfolgreich umgesetzt







An zwölf Tischen konnten sich die 121 Teilnehmer untereinander austauschen.pr

Rinteln/Auetal. 121 Kindergarten-Mitarbeiter an einem Ort: Das sieht man wirklich nicht alle Tage. „Ich wusste, dass sich so viele angemeldet haben, aber wenn ich Euch jetzt alle sehe, macht Ihr mir doch etwas Angst“, merkte Denise Fischer, Koordinatorin der Kita-Qualitätsoffensive bei ihrer Begrüßungsrede an. Seit April letzten Jahres arbeitet Fischer gemeinsam mit den Teams der beteiligten Kindertagesstätten, um ihre Qualität weiter zu entwickeln und zu sichern (wir berichteten).

 

„Das Arbeiten auf Augenhöhe unter Beteiligung aller und der Auseinandersetzung mit der eigenen Arbeit“, das sind für Fischer wichtige Grundsätze und Ziele. Auch am Fachabend standen diese Grundsätze im Vordergrund. Fischer beschreibt: „Die Auseinandersetzung mit eurer Arbeit ist gleichzeitig auch eine Wertschätzung dieser. Ihr leistet viel und das Bewertungsinstrument QiD ist eine weitere Leistung die Ihr erfüllt, die Euch aber auch unterstützen soll. Denn ein Ziel ist es, gemeinsam in einen Dialog zu kommen, um die Qualität der Einrichtungen weiterzuentwickeln und zu sichern.“

 

Bis heute zeigen Rückmeldungen, dass das Bewertungsinstrument durchaus komplex sei. „Diese Komplexität ist jedoch ein Spiegel der alltäglichen Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher“ so Fischer. Diese Komplexität, die alltäglichen Herausforderungen und Leistungen sollen durch das Bewertungsinstrument transparent gemacht werden und den Teams die Chance geben, sich damit auseinanderzusetzen. Das braucht Zeit. Zeit, die die Teams in ihrem Alltag oft nicht haben.

 

Umso mehr freute es Denise Fischer und das Lenkungsteam, dass sie so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinderbetreuungseinrichtungen des Auetals, Hessisch Oldendorfs und Rinteln im Brückentorsaal antreffen. Die Anforderungen seien in den letzten Jahren immer mehr gewachsen, mit der Flüchtlingssituation komme auf die Teams eine weitere Aufgabe zu.

 

Das Ziel des Abends war über die eigene Arbeit und die alltäglichen Herausforderungen zu sprechen, sich auszutauschen und voneinander zu profitieren. An zwölf Tischen konnten die 121 Teilnehmenden das umsetzen. Zwölf Tische mit sechs Themen, die die Kategorien des Bewertungsbogens abbildeten.

 

Die Zeit des Fachabends verging wie im Flug und trotz des langen Arbeitstages entstanden an den Tischen viele Ideen und Gedanken, die die MitarbeiterInnen auf einem Flipchart-Papier festhielten. Für viele waren die 40 Minuten Austausch viel zu kurz. So viele Dinge gab es zu besprechen, so viele interessante Situationen aus anderen Teams.

Fischer zeigt sich rückblickend zufrieden mit dem Fachabend. Die Vorbereitungen seit Februar haben sich gelohnt. Es haben ein Austausch und eine Annäherung verschiedener Erwartungen und Sichtweisen stattgefunden.

Autor: Von Jakob Gokl

 

Quelle: http://www.schaumburger-zeitung.de/, Artikel vom 26.11.2015


Eine Kita ist kein TÜV

Kommunen setzen gemeinsam Standards für Erzieherinnen – lassen aber Raum für Individualität







Bei den Fledermäusen in Fuhlen wird derzeit ein Beobachtungsbogen entwickelt, mit dem die motorischen Fähigkeiten der Kinder bewertet werden sollen. Dana

Hessisch Oldendorf/Rinteln/ Auetal. Eine ganz alltägliche Situation in einer Kindertagesstätte: Ein neues Kind kommt in die Gruppe. Manchmal wechseln auch die Erzieherinnen. Immer wieder gibt es Gegebenheiten, die den Alltag verändern. Hinzu kommt der gesellschaftliche Wandel oder neueste Ergebnisse aus der pädagogischen Forschung – viele Faktoren bestimmen mit, wie sich Qualität in der Kindertagesstätte definiert.

 

Vor vier Jahren haben sich die Gemeinden Hessisch Oldendorf, Rinteln und Auetal zusammengetan, um in einer Qualitätsoffensive ihre Kinderbetreuungseinrichtungen und das Miteinander zu verbessern. Seit zwei Jahren benutzen sie dafür ein gemeinsames Bewertungssystem. Qualität im Dialog (QiD) heißt es und hebt sich ab von anderen Qualitätsmanagement-Systemen, die von oben herab vorgeben, was zu tun ist. Das sagt zumindest Denise Fischer, die seit 2014 das Bewertungsverfahren koordiniert. „QiD ist in Zusammenarbeit mit allen teilnehmenden Kindertagesstätten und -gärten entstanden. Aus Expertengesprächen ist der heutige Bewertungsbogen entwickelt worden, der den Alltag sichtbar macht“, erzählt Fischer.

 

DIE EINZELNEN

EINRICHTUNGEN LERNEN VONEINANDER

 

Aber was heißt Qualität in einer Kita eigentlich? „Eltern möchten, dass ihr Kind gut aufgehoben ist, dass es Freunde findet, es ihm gut geht. Aber auch, dass es gut auf die Schule vorbereitet wird“, sagt die gelernte Erzieherin. Die Kommune möchte, dass die Kita-Plätze belegt und Eltern zufrieden sind. Auf das Erzieherinnen-Team in der Einrichtung kämen nicht nur die Anforderungen der Eltern, Kinder und Träger zu, sondern auch die eigenen Erwartungen, resümiert Fischer. Aber es könne nicht einer allein definieren, ob etwas gut oder schlecht ist. Das ganze System müsse berücksichtigt werden.

 

Aus den teilnehmenden Kitas und Kindergärten in den Kommunen kommen positive Rückmeldungen zu der Qualitätsoffensive. Jede Einrichtung arbeitet daran, zu verbessern, was ihnen aktuell die größten Probleme bereitet. Mit den hierbei gefundenen Lösungen stehen sie im permanenten Austausch. „Es ist spannend zu sehen, wie es die anderen Einrichtungen machen“, sagt Janina Taube. Sie ist die stellvertretende Leiterin des Kindergartens „Die Fledermäuse“ in Fuhlen. Derzeit arbeiteten sie dort daran, einen Beobachtungsbogen neu zu entwickeln, mit dem die Erzieherinnen beispielsweise die motorischen Fähigkeiten der Kinder einfacher bewerten könnten. „25 Kinder gleichzeitig zu beobachten, das ist gar nicht so leicht“, sagt Taube. In der Kita Rehren strukturieren sie gerade mithilfe von QiD einige Arbeitsweisen im Alltag um. „Wir haben damit begonnen, Organisatorisches nicht mehr in der pädagogischen Zeit zu erledigen“, sagt Leiterin Tanja Büthe. „Das hat uns schon viel gebracht.“ In der Kindertagesstätte „Zum Gänseblümchen“ in Engern wurde bereits die Zusammenarbeit mit den Eltern reflektiert, jetzt steht Teamentwicklung der Erzieherinnen untereinander im Fokus. Die Kita wurde im April um eine Krippenbetreuung mit vier zusätzlichen Mitarbeitern erweitert. „Gemeinsam gesteckte Ziele anzugehen, das ist uns wichtig“, sagt Einrichtungsleiterin Monika Schaper.

 

„Beim Auto ist es ganz einfach. Es sollte nicht gefahren werden, wenn die Bremsen nicht funktionieren“, vergleicht Projektkoordinatorin Fischer. Viele Kinderbetreuungseinrichtungen würden ihre Arbeit nach ebenso strikten Standards bewerten. Das seien allerdings Vorgaben, die eine individuelle Arbeit nicht zulassen. Aber, eine Betreuungseinrichtung sei schließlich kein TÜV. „Ist denn ein Kind unfähig zur Schule zu gehen, nur weil es keine Schuhe zubinden kann?“, fragt Fischer rhetorisch. „Was ein Kind braucht, um gut auf das Leben vorbereitet zu sein, lässt sich nicht so einfach in einer Tabelle abhaken. Die Individualität des einzelnen Menschen darf nicht verloren gehen.“

 

IN ZWEI JAHREN STEHT

DAS BEWERTUNGSSYSTEM AUF DEM PRÜFSTAND

 

Die studierte Sozialarbeiterin trifft sich regelmäßig mit Vertretern der mitmachenden Kitas und entwickelt sie das Konzept weiter. So entstand die Idee, einen gemeinsamen Fachabend zu planen. Dieser findet das erste Mal am kommenden Donnerstag, 12. November, statt. An dem zweistündigen Fachabend können sich die Mitarbeiter aller Einrichtungen über Maßnahmen und aktuelle Themen austauschen. „Wo gibt es Schwierigkeiten, was klappt gut? Wie werden die Kategorien des Bewertungsbogens tatsächlich im Alltag erlebt?“, das sind beispielsweise Fragen, die dort behandelt werden sollen, zählt Fischer auf. „Nur über diesen Dialog kann sich die Qualität weiterentwickeln und für die Zukunft nachhaltig gesichert werden.“

 

In zwei Jahren steht „Qualität im Dialog“ erneut auf dem Prüfstand, und von den Trägerkommunen Hessisch Oldendorf, Rinteln und Auetal wird entschieden, ob das Projekt fortgesetzt wird.

Autor: Von Maike Lina Schaper

 

Quelle: http://www.dewezet.de/, Artikel vom 09.11.2015


Auf der Suche nach Qualität

Kita-Koordinatorin Denise Fischer bleibt / Andere Einrichtungen in Projekt integrieren?

 

 

 

 

 

Denise Fischer ist Koordinatorin im Projekt „Qualität im Dialog“. Archiv

Hessisch Oldendorf. Ungeachtet des Kita-Streiks tut sich was im Bereich Kindertagesstätten in der Stadt Rinteln, der Stadt Hessisch Oldendorf und der Gemeinde Auetal. Seit einiger Zeit kooperieren die kommunalen Kitas im Projekt „Qualität im Dialog“ (wir berichteten). Die Koordination übernimmt Denise Fischer, ausgebildete Erzieherin, vom Familienzentrum Rolfshagen. Nachdem alle Hessisch Oldendorfer Einrichtungen inzwischen das Gütesiegel bekommen haben, ging es nun darum, dass das Projekt mit Fischer als Verbindung zwischen den Einrichtungen weitergeführt werden kann.

 

Konkret ging es dabei um eine Zeit von zwei Jahren nach dem 31. März 2016. Die zuständigen Gremien Hessisch Oldendorfs haben eine Fortführung und damit auch eine Finanzierung der Stelle Fischers einstimmig beschlossen. Stadt Rinteln und Gemeinde Auetal müssen nachziehen. Die Koordinatorin gab bei der Gelegenheit einen kurzen Überblick, wo Schwerpunkte in den kommenden Jahren liegen würden. So plane sie Anfang kommenden Jahres eine Elternbefragung und als Vision schwebe ihr auch eine Befragung der Kinder vor, ohne diese schon konkret zu skizzieren. Weiter gehe es darum, dass die drei Kommunen mit ihren Einrichtungen noch mehr zusammenwachsen und wenn möglich voneinander profitieren. Das sei gerade vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Anzahl kommunaler Kitas in den drei Kommunen entscheidend. Im Auetal sind es drei Kitas, in Rinteln neun und in Hessisch Oldendorf zwölf. 

 

Eine Frage, die ein Mitglied des Sozialausschusses an Denise Fischer richtete, lautete, was denn mit den Kitas in freier Trägerschaft sei und ob es Überlegungen gebe, diese auch in das Projekt „Qualität im Dialog“ zu integrieren. Es habe Beratungsgespräche diesbezüglich gegeben und vielleicht gebe es dafür ja einen weiteren Koordinator oder eine Aufstockung von Fischers Stelle. Unter Umständen stelle sich die Frage auch für Hessisch Oldendorf gar nicht so dringend, denn freie Kitas gebe es nur zwei im Stadtgebiet. In Lachem ist der Träger ein Elternverein und in Fischbeck die katholische Kirche. Aus dem Ausschuss kam nochmals der Wunsch, dass die beiden Einrichtungen qualitativ nicht hinter den kommunalen Kitas zurückbleiben dürften. Hinsichtlich der kirchlichen Einrichtung konnte Fachbereichsleiterin Margareta Seibert aufklären, dass freie Träger wie das DRK oder die Kirchen meist schon länger ein Qualitätsmanagement betreiben würden.

Es ginge also konkret wohl nur um den Kindergarten in Lachem, der wohl auch Interesse an einer Integration in das Gemeinschaftsprojekt der drei Kommunen hätte.

Autor: Von Christoph Boßmeyer

 

Quelle: http://www.schaumburger-zeitung.de/, Artikel vom 29.05.2015


Gütesiegel macht Qualität sichtbar

Kitas von kommunaler Initiative zertifiziert 






Die Kita-Leiterinnen Tanja Büthe (von links) Andrea Schwarz-Geddert und Beate Schürmann freuen sich über die Vergabe des Gütesiegels an ihre Einrichtungen.

Auetal/Rinteln. Denise Fischer ist gut gelaunt. „Ja, die Qualitätsoffensive hat sich durchgesetzt“, freut sich die Koordinatorin, die für die Gemeinden Auetal, Rinteln und Hessisch Oldendorf das Programm „Qualität im Dialog“ (QiD) koordiniert. Mit einem Gütesiegel, das jetzt an allen teilnehmenden Kitas angebracht wird, tritt die Initiative nun abermals an die Öffentlichkeit. „Das ist natürlich auch Psychologie“, sagt Fischer, „wir wollen ja, dass auch die Eltern etwas von unserer Arbeit mitbekommen.“

 

Das Programm bietet Anreize in der täglichen Arbeit der Erzieherinnen, die eigene Tätigkeit zu hinterfragen und Verbesserungspotenzial zu finden. Allerdings ohne mit erhobenem Zeigefinger den Kindertagesstätten Vorschriften zu machen. Jede Kita kann gemeinsam mit Fischer eigene Ziele und Vorstellungen formulieren, die im Anschluss vom gesamten Team verfolgt werden. Dabei gehe man ganz praxisnah vor, erklärt Fischer, wenn sich ein Punkt in der täglichen Arbeit nicht bewehrt, wird er überarbeitet oder ganz fallen gelassen. „Denn unsere Kitas machen bereits jetzt einen tollen Job“, findet die Koordinatorin.

 

24 Kindertagesstätten in drei Kommunen haben an der Initiative teilgenommen und nun die Gütesiegel erhalten, mit denen sie ihre Teilnahme auch nach außen hin sichtbar machen können.

Denise Fischer (l.) und Beate Kuklik, Leiterin der Kita in Krankenhagen, präsentieren das neue Gütesiegel. jak .


Nach den Gremien im Auetal beschäftigte sich auch der Sozialausschuss der Gemeinde Rinteln mit der Vertragsverlängerung für Fischer. Nach einer Vorstellung der Arbeit der Qualitätskoordinatorin stimmten die Ausschussmitglieder einer Verlängerung einstimmig zu. Letztlich entscheiden die Räte von Hessisch Oldendorf, Rinteln und Auetal gemeinsam, ob der Vertrag von Fischer verlängert wird.

Autor: Von Jakob Gokl

Quelle: http://www.schaumburger-zeitung.de/, Artikel vom 09.05.2015


„Anreize von außen, aber nicht von oben"

Hessisch Oldendorf, Rinteln und Auetal arbeiten bei Kitas zusammen – eine Leiterin erzählt von ihren Erfahrungen





Stolz posieren Jutta Poludniok (li.), Leiterin der Integrativen Kita in Fischbeck, und Denise Fischer, Koordinatorin im Projekt „Qualität im Dialog“, vor dem angebrachten Gütesiegel. cbo

Hessisch Oldendorf/Fischbeck. Nun ist es endlich auch nach außen sichtbar. Die Integrative Kindertagesstätte in Fischbeck hat als erste der zwölf kommunalen Kitas im Stadtgebiet Hessisch Oldendorf das Gütesiegel „Qualität im Dialog“ an ihrer Fassade angebracht. Damit ist ein erster Abschnitt in dem Projekt, welches die Stadt Hessisch Oldendorf, die Stadt Rinteln und die Gemeinde Auetal gemeinsam durchführen, zu Ende gegangen. Alle Kitas hätten das Gütesiegel offiziell überreicht bekommen und dürfen es nun an ihren Einrichtungen anbringen. Die Kita in Fischbeck war an dieser Stelle aber halt die erste, wie Denise Fischer, Koordinatorin des Projekts, betont.

 

„Das Projekt war ein Anreiz, über das eine oder andere nachzudenken“, sagt die Leiterin der Fischbecker Einrichtung, Jutta Poludniok (60), die zugibt, dass man hin und wieder auch mal betriebsblind wird. Das sei ganz normal. Ihr aus insgesamt 16 Kräften, 14 Erzieherinnen und zwei Erziehern bestehendes Team hätte gegenüber Denise Fischer absolut keine Vorbehalte gehabt, antwortet die 60-jährige Tünderanerin auf die Frage, wie es denn gewesen sei, dass da jemand kommt und ihre Arbeit beurteilen soll. „Frau Fischer weiß, wie die Arbeit in einer Kita funktioniert und sie hat bei uns auch schon ein Praktikum absolviert“, sagt Poludniok. „Es waren Anregungen von außen, aber keinesfalls von oben“, so die Tünderanerin weiter. Fischer ergänzt, dass das Projekt so auch keinesfalls gedacht war, sondern die Mitarbeiter der Einrichtungen aktiv in den gesamten Prozess eingebunden waren.

 

Im Ergebnis habe die Fischbecker Einrichtung gar nicht viel verändern müssen. „Lediglich an ein oder zwei Stellschrauben haben wir gedreht“, sagt Poludniok. Woran insgesamt im Projekt Qualität im Dialog noch gearbeitet werden müsse, das sei der Dialog zwischen den Einrichtungen in Rinteln, Auetal und Hessisch Oldendorf. Vor kurzem berichtete Fischer, das für dieses Jahr ein Zusammenkommen geplant sei. „Was dafür häufig fehlt, ist die Zeit“, bringt es Poludniok auf den Punkt. Aber vom Grundsatz her sei die Idee gut, so die 60-Jährige. So könne man von Stolpersteinen aus anderen Einrichtungen erfahren, davon profitieren und macht die Fehler nicht selbst. Deshalb ja auch die Internetseite, ergänzt Fischer, auf der sich alle Kitas mit ihrem Konzept vorstellen.

 

In der Integrativen Kindertagesstätte in Fischbeck betreut Jutta Poludniok mit ihrem Team derzeit 86 Kinder plus noch eine Außengruppe mit 25 Kindern in Haddessen. Was sie schätzt, ist die Nähe zur Fischbecker Grundschule. So könnten die Kinder lange an einem Ort bleiben, bevor sie für eine weiterführende Schule weite Wege in Kauf nehmen müssten. „Das war auch im Rahmen der Beurteilung ein Kriterium, die Gestaltung von Übergängen“, wirft Fischer ein. Was im Rahmen von Qualität im Dialog nicht unbedingt an erster Stelle steht, aber in Kitas immer noch ein Thema ist, ist die Anzahl männlicher Erzieher. In Fischbeck hat Poludniok zwar zwei, würde aber dennoch weitere Erzieher mit Handkuss nehmen. Sie hatte mal zwei männliche FSJ-ler, die hätte sie sofort genommen. Sie waren auch nicht abgeneigt, hätten dann jedoch ein Studium vorgezogen. „Es gibt immer noch zu wenige Vollzeitstellen und es wird zu schlecht gezahlt“, sagt die Leiterin, woran es ihrer Meinung nach liege, dass sich nur wenige Männer für den Erzieherberuf entscheiden.

 

Bis zur nächsten Bewertung ist es noch ein bisschen hin. Aber Poludniok und Fischer hoffen, dass das Projekt noch lange weiterläuft, denn jetzt könne man was bewegen. Auch Fischer betont, dass es vor allem um eine nachhaltige Entwicklung gehe.

Autor: von christoph boßmeyer

Quelle: http://www.dewezet.de/, Artikel vom 03.04.2015


Kitas unter der Lupe

Im Projekt „Qualität im Dialog“ arbeitet Hessisch Oldendorf mit Rinteln und Auetal zusammen

 

 

 


Eine der zwölf Kitas, die sich der Bewertung gestellt haben, ist die Einrichtung in Hemeringen. Ihre Räumlichkeiten liegen direkt neben der Grundschule, deren Sporthalle die Kindergartenkinder mitbenutzen dürfen.Archiv

Hessisch Oldendorf. Denise Fischer ist vielseitig begabt, das ist zumindest der Eindruck, den man von der 26-Jährigen bekommt, wenn man ihr im Büro im Familienzentrum in Rolfshagen gegenübersitzt. Sie erzählt von ihrer Arbeit als Koordinatorin im Projekt „Qualität im Dialog“, einst als „Qualität im Prozess“ gestartet, in dem sie quasi über 24 kommunale Kindertagesstätten in den Städten Hessisch Oldendorf und Rinteln sowie der Gemeinde Auetal wacht. Stolz zeigt sie bei der Gelegenheit auch die fertigen Gütesiegel, auf denen nun der neue Name des Projekts steht und die die Kitas an ihren Einrichtungen anbringen dürfen.

 

Bei der Frage, ob sie denn vollständig zum „Schreibtischtäter“ mutiert sei, überlegt Fischer kurz und gibt dann zu, dass sie einen Großteil ihrer Arbeit schon im Büro erledigen könne. Der andere große Teil seien die Besuche in den Kitas, wo sich Fischer aber auch eher im Hintergrund halte. Die Koordinatorin hat alle Einrichtungen in Hessisch Oldendorf besucht und dort mit den zirka 60 Mitarbeitern gesprochen. Gemeinsam mit den Kitas hat Fischer den Bewertungskatalog erstellt. „Die Anforderungen sind schon sehr hoch. In welchen Bereichen ist Entwicklungspotenzial, wo sind die Kitas schon gut aufgestellt? Dabei sollen die Einrichtungen aber nicht ihre Individualität verlieren“, macht Fischer deutlich, warum Dialog als neues Wort im Titel vielleicht noch ein bisschen besser passe als die Vokabel Prozess. Eine Vergleichbarkeit der Kindertagesstätten stehe nicht im Vordergrund, so die Koordinatorin, auch wenn sich der Eindruck im ersten Moment schon aufdrängen könne.

 

Der Eindruck ihrer Vielseitigkeit erhärtet sich vollends, wenn sie erzählt, dass sie die neue Homepage, die das Projekt einer größeren Öffentlichkeit vorstellen soll, selbst entworfen und programmiert habe. Auch der Internetauftritt nimmt klar den Dialog in den Fokus. Einerseits soll die Seite eine Plattform bieten, auf der sich die einzelnen Kitas untereinander austauschen und gegenseitig mit Ratschlägen helfen können. Andererseits könnten sich Eltern schnell einen Überblick verschaffen, welche Einrichtung zu ihrem Kind passt. Jede Kita präsentiert sich auf der Homepage mit ihrem Profil und ihrem Konzept.

 

Viel hat Denise Fischer in den zurückliegenden zehn Monaten geschafft, ebenso viel hat sie in der Zukunft noch vor. Noch in diesem Jahr plant sie eine Fachtagung, auf der nach Möglichkeit alle 24 Kitas zusammenkommen sollen. So könnte es quasi einen Austausch über die Landkreisgrenzen hinweg geben. Den gebe es bislang so noch nicht. Und Ende des Jahres stehe auch schon wieder die Überprüfung aller 24 Kindertagesstätten anhand des Bewertungskatalogs an. Dann soll es parallel dazu auch eine Elternbefragung zu deren Zufriedenheit geben.

 

Die neue Homepage des Projekts „Qualität im Dialog“ finden Sie im Internet unter www.qualitaet-im-dialog.com.

Autor: von Christoph Boßmeyer

 

Quelle: http://www.dewezet.de/, Artikel vom 19.02.2015


Der Alltag schmeißt manchmal alles um

Kindergarten-Koordinatorin stellt Arbeit und neue Homepage vor

 

 

 

 

Denise Fischer präsentiert ihre neue Homepage der Öffentlichkeit.jak

Auetal/Rinteln/Hessisch Oldendorf. Lange war es ruhig um die neue Kindergarten-Koordinatorin und Qualitätsmanagerin Denise Fischer. Was aber nicht heißt, dass sie untätig war. „Ich wirke im Hintergrund“, erklärt die 26-Jährige.

Dennoch möchte sie mit einer neuen Homepage mehr an die Öffentlichkeit gehen. Diese richte sich nicht nur an die Fachöffentlichkeit, sondern soll mit kurzen Porträts aller Kindertagesstätten der beteiligten Gemeinden auch Eltern erreichen.

 

Mittlerweile hat Fischer mit allen Kindertagesstätten Kontakt. „Mit einigen Teams arbeite ich intensiver als mit anderen“, sagt sie, „ich zwänge mich nicht auf.“ Mit dem mittlerweile von „Qualität im Prozess“ zu „Qualität im Dialog“ umbenannten Bewertungskatalog sollen positive Entwicklungen angestoßen, Impulse gegeben und vor allem „eine Regelmäßigkeit in den Prozess gebracht“ werden. Das alles aber ohne, dass die Eigenheiten der einzelnen Kindergärten verloren gehen.

 

Gemeinsam mit den Mitarbeitern der einzelnen Kindertagesstätten erarbeitet die gelernte Erzieherin, die im Anschluss Soziale Arbeit studiert hat, Ziele. „Aber wenn ein Ziel gesetzt wird, schmeißt der Alltag manchmal alles um“, erklärt die gemeinsam von Rinteln, Hessisch Oldendorf und dem Auetal angestellte Koordinatorin.

Man muss die Ziele eben immer an dem ausrichten, was auch möglich ist. Und das heißt, auch einmal ein Ziel verwerfen, weil es nicht umsetzbar ist. „Ich sage nicht, das muss jetzt geändert werden“, verdeutlicht Fischer ein weiteres Mal ihre Arbeitsweise. Dagegen möchte sie mit ihrer Arbeit Freiräume ermöglichen, um gemeinsam zu überlegen, wo man hin möchte.

 

Eine Tendenz die Fischer schon jetzt, nach etwa 10 Monaten im Job, nennen kann: „Familienarbeit wird immer wichtiger.“ Vor 20 bis 30 Jahren, da seien Kindergärten meist nicht mehr gewesen als ein Platz, wo Kinder neue Freunde kennenlernen konnten und für einige Stunden am Tag sicher verwahrt wurden. Heute sind Themen wie frühkindliche Bildung, das Einbeziehen der Familie und das Optimieren der Arbeitsabläufe immer wichtiger.

 

Als nächsten großen Programmpunkt der Initiative nennt Denise Fischer eine Fachtagung für alle Mitarbeiter, die im Sommer stattfinden soll. Dabei wird man sich abermals mit der Frage auseinandersetzen: „Was haben wir bisher gemacht?“ – und natürlich: „Wie geht es weiter?“ 

 

Hinweis: Die Homepage von „Qualität im Dialog“ finden Sie unter „www.qualitaet-im-dialog.com“ Sie wird am kommenden Freitag komplett freigeschaltet.

 von Jakob Gokl

Quelle: http://www.schaumburger-zeitung.de/, Artikel vom 10.02.2015


2014

Gütesiegel bescheinigt Qualität im Prozess

Denise Koordinatorin Denise Fischer plant Online- Plattform

LAND­KREIS (s­te). Für die Ein­führung ei­nes Qua­litäts­ver­fah­rens ver­gibt das Re­gio­nal­netz­werk Mitte des Nie­der­säch­si­schen  

In­sti­tu­tes für früh­kind­li­che Bil­dung und Ent­wick­lung (nif­be) erst­mals ein Güte­sie­gel an 24 kom­mu­nale Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen aus Rin­teln, Au­e­tal und Hess. Ol­den­dorf.

Die Bür­ger­meis­ter Tho­mas Prie­mer (Ge­meinde Au­e­tal), Ha­rald Krü­ger (Stadt Hes­sisch Ol­den­dorf) und der erste Stadt­rat Jörg Schrö­der (Stadt Rin­teln, in Ver­tre­tung von Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Buch­holz), un­ter­zeich­nen jetzt ge­mein­sam mit den Ver­tre­ter/In­nen des nif­be, Sa­rah Müthing und Bernd Wint­zer, so­wie der Ko­or­di­na­to­rin De­nise Fi­scher und Ver­tre­te­rIn­nen der Len­kungs­gruppe eine Ver­ein­ba­rung zur Ver­gabe des Güte­sie­gels.

Das Ver­fah­ren "Qua­lität im Pro­zess" (QiP) wurde von Ver­tre­te­rIn­nen der be­tei­lig­ten Ein­rich­tun­gen mit dem nifbe in ei­nem dia­lo­gi­schen Pro­zess ent­wi­ckelt. Ziel ist es, die päd­ago­gi­sche Qua­lität mit­hilfe ei­ner in­ter­nen Eva­lua­tion zu si­chern und zu stei­gern. Nach­dem sich alle Ein­rich­tun­gen selbst eva­lu­iert ha­ben, wer­den nun auf der Ba­sis der Er­geb­nisse ge­zielt Maß­nah­men in den Ein­rich­tun­gen ent­wi­ckelt und um­ge­setzt. Bei der Un­ter­zeich­nung der Ver­ein­ba­rung be­ton­ten die Be­tei­lig­ten der Len­kungs­gruppe die Qua­lität der dia­lo­gi­schen Ent­wick­lung. We­sent­lich sei es, dass trotz­dem jede Kin­der­ta­gesstätte sich im Rah­men ih­res Pro­fils wei­ter­ent­wi­ckeln

kön­ne.

Die Bür­ger­meis­ter spra­chen ihre An­er­ken­nung für das bis­he­rige En­ga­ge­ment der Mit­ar­bei­ter in den Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen aus. Sie se­hen die Zu­sam­men­ar­beit als wei­te­res gu­tes Bei­spiel der in­ter­kom­mu­na­len Zu­sam­men­ar­beit. Ge­mein­sam mit den Ver­tre­te­rIn­nen der von ih­nen ein­ge­setz­ten Len­kungs­gruppe pei­len sie ü­ber den Pro­zess eine wei­tere qua­litäts­stei­gernde Ver­net­zung der ein­zel­nen Ein­rich­tun­gen an. 

 

De­nise Fi­scher, die seit April "Qua­lität im Pro­zess" ko­or­di­niert, wird zu die­sem Zweck eine Platt­form er­rich­ten, durch die die ein­zel­nen Ein­rich­tun­gen die Mög­lich­keit be­kom­men, sich ü­ber Maß­nah­men und Ziele aus­zut­au­schen.

Quelle: http://www.schaumburger-wochenblatt.de, Artikel vom 12.07.2014 Ausgabe-Nr. 28B


Aus der Praxis heraus Dinge verändern

Denise Fischer berät die zwölf kommunalen Kitas in Hessisch Oldendorf / Erzieher bringen selbst Ideen ein

 

 

  

Der Kindergarten in Fischbeck macht auch mit bei „Qualität im Prozess“, dem neu geschaffenen Gütesiegel der Städte Hessisch Oldendorf und Rinteln sowie der Gemeinde Auetal.

Hessisch Oldendorf. Sie ist 25 Jahre alt, hat aber schon einiges an Erfahrung sammeln können. Denise Fischer ist ausgebildete Erzieherin und hat im Anschluss Soziale Arbeit studiert. Nun ist sie seit kurzem für Kitas in Hessisch Oldendorf, Rinteln und im Auetal zuständig und wacht über die Umsetzung des neu geschaffenen Siegels „Qualität im Prozess“ (QiP).

 

Denise Fischer kommt dabei eher eine beratende Aufgabe zu. Offiziell fungiert sie als Koordinatorin.

Sie hat inzwischen jede Kita besucht und sich persönlich vorgestellt, das schafft Vertrauen. Das war auch nötig, denn „vor einer externen Qualitätsüberprüfung hatten einige schon erst mal Angst“, erzählt sie. Auch die Frage, ob sie mit ihren 25 Jahren in den Kitas als Fachkraft akzeptiert wird, beschäftigte die Zersenerin im Vorfeld. „Rückblickend war das aber eher meine eigene Sorge“, zeigt sich Fischer erleichtert und berichtet von einem guten Auskommen mit dem Personal aller 24 kommunalen Kitas. In einigen Kitas in Hessisch Oldendorf hat sie auch ihre Ausbildung absolviert.


Hat den Job der Erzieherin mit einem Job am Schreibtisch getauscht: Denise Fischer ist für die Umsetzung des Gütesiegels QiP zuständig.


Konkrete Schwerpunkte für ihre Arbeit hat sie noch keine. Das Gütesiegel sieht auch vor, die Individualität der Kitas zu bewahren. Wie der Name des Siegels schon verrät, geht es nicht darum, die Kitas einmal auszuzeichnen und dann nicht wieder hinzuschauen, sondern die Bewertung solle alle zwei Jahre stattfinden. So würden auch Entwicklungen und eben Prozesse erkennbar. Eines der Themen, das aber trotz des Schwerpunkts auf der Individualität auf die Kitas und damit auch auf Denise Fischer zukommt, ist die Tatsache, dass es immer noch zu wenig Männer in Kitas gibt. Sie selbst schätzt die Zahl als ausbaufähig ein. Dabei beschäftigt Hessisch Oldendorf schon sechs Männer. An den insgesamt etwas mehr als 60 Angestellten in dem Bereich macht das eine Quote von beinahe zehn Prozent. „Der Bundesdurchschnitt liegt bei drei Prozent“, weiß Margarete Seibert, als Fachbereichsleiterin für die Kindertagesstätten zuständig. Zu verdanken hat Hessisch Oldendorf das dem Programm „Mehr Männer in Kitas“. „Davor lag die Quote bei null“, betont Seibert den Erfolg des Förderprogramms. Aber noch immer hätten gerade Quereinsteiger hohe Hürden zu überwinden, wollen sie den Beruf des Erziehers ausüben. „Die ersten beiden Ausbildungsjahre werden gefördert, im dritten gibt es jedoch keine Anschlussförderung“, sagt Seibert. Viele, egal ob Mann oder Frau, könnten sich das dritte Jahr dann schlicht nicht leisten.  

Autor: Christoph Boßmeyer

Quelle: http://www.dewezet.de,  Artikel vom 25.06.2014 


Gütesiegel für 24 Kitas

Kindertagesstätten stellen sich erfolgreich Qualitätsprüfung / Interne Bewertung soll Pädagogik nachhaltig steigern.

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Thomas Priemer (sitzend v.r.), Harald Krüger und Jörg Schröder sowie die Mitglieder der Lenkungsgruppe setzen ihre Unterschrift unter die gemeinsam erarbeiteten Bewertungskriterien zur Vergabe des Gütesiegels. peb  

Rinteln. Jetzt ist es perfekt: Die 24 kommunalen Kindertagesstätten (Kita) der Städte Rinteln und Hessisch Oldendorf sowie der Gemeinde Auetal haben gemeinsam mit dem „Nifbe“ (Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Erziehung) ein Instrument zur Bewertung der Qualität der eigenen Arbeit entwickelt. Das Bewertungsverfahren „Qualität im Prozess“ (QiP) dient der internen Bewertung der Kitas und soll die pädagogische Arbeit nachhaltig steigern.

 

Mit der Unterschrift unter das Gütesiegel-Bewertungsverfahren von Bürgermeister Harald Krüger (Stadt Hessisch Oldendorf), Bürgermeister Thomas Priemer (Gemeinde Auetal), Erster Stadtrat Jörg Schröder (Stadt Rinteln) in Vertretung von Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz sowie den Mitgliedern der Lenkungsgruppe geht ein langer dialogischer Prozess zu Ende.

 

Für das Bewertungsverfahren QiP ist maßgeblich, nicht in pädagogische Konzepte einzugreifen, sondern die Kitas dazu zu ermutigen, sich selbst neue Ziele zu setzen und bestehende Strukturen und Arbeitsweisen zu hinterfragen. Qualitätssteigerungen werden dadurch erreicht, dass neue Arbeitsweisen im Alltag verankert werden, und die Kitas den Prozess der Selbstbewertung und gezielte Maßnahmenplanung regelmäßig neu durchlaufen. „Alle 24 kommunalen Kindertagesstätten haben sich der Qualitätsprüfung gestellt und sind mit dem Gütesiegel ausgezeichnet worden“, berichtet Denise Fischer, die Koordinatorin vom Familienzentrum Rolfshagen, die dieses Pilotprojekt begleitet. „Da das Verfahren zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht vollständig durchlaufen ist, werden die Gütesiegel zunächst auf Probe bis zum 1. April 2015 vergeben“, so Fischer. Danach solle das Bewertungsverfahren alle zwei Jahre wiederholt werden. „Die Steigerung und Bewertung der Qualität soll nicht aufhören, sondern immer wieder an die Bedürfnisse der verschiedenen Kitas angepasst werden“, erklärt Fischer mit Blick auf die Zukunft.

 

Mit der Vergabe eines Gütesiegels wollen die Kommunen nach außen sichtbar machen, dass die Kindertageseinrichtungen dieses Bewertungsverfahren verbindlich umsetzen. Die Vergabe des Gütesiegels erfolgt durch das Nifbe-Regionalnetzwerk Mitte.

 

„Aus der Praxis für die Praxis“, kommentierte Bürgermeister Krüger die hervorragende Arbeit der Lenkungsgruppe, die aus Vertretern der Kitas, Trägerschaft und Experten des Nifbe besteht, und die sich auch in Zukunft regelmäßig treffen wird, um das Projekt weiter zu begleiten.

 

Auf Krügers Frage, ob in der Erarbeitungsphase der Bewertungskriterien nicht nur die Eltern befragt wurden, sondern auch die Kinder, mussten alle Vertreter aus der Lenkungsgruppe mit Nein antworten. Die Einbeziehung der Kinder in den Prozess solle deshalb als nächste Aufgabe angegangen werden. 

 Peter Blaumann

Quelle: http://www.schaumburger-zeitung.de/, Artikel vom 25.06.2014


Neue Fachkoordinatorin für Kindertagesstätten in Rinteln, Hessisch Oldendorf und Auetal

Rinteln, das Auetal und Hessisch-Oldendorf haben zum 1. April diesen Jahres eine Qualitätsoffensive gestartet um Kindertagesstätten auf ein gleichmäßig hohes Niveau zu bringen. Bereits im Vorfeld war im Rahmen des „nifbe“-Programms (Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung) für den Zeitraum eines Jahres die Basis geschaffen worden um gemeinsame Ziele zu definieren und Ergebnisse zu erzielen.

 

Da das Programm aus finanziellen Gründen ausgeschöpft war, haben sich die beteiligten Kommunen dazu entschlossen, die Arbeit durch eigenes Personal weiterzuführen. Die Vorstellung dieses neuen Programms wurde jetzt durch die Bürgermeister von Rinteln, Hessisch-Oldendorf und dem Auetal, Karl-Heinz Buchholz, Harald Krüger und Thomas Priemer vorgenommen.

 

Denise Fischer aus dem Auetal wurde als Leiterin dieser Qualitätsoffensive und Fachkoordinatorin für die Kindertagesstätten, zunächst für zwei Jahre befristet, eingestellt um die Rahmenbedingungen in den KiGas und KiTas im Rahmen des neu geschaffenen Aufgabenfelds zu verbessern.

 

 

 

(Von links) Karl-Heinz Buchholz, Denise Fischer, Thomas Priemer und Harald Krüger bei der Vorstellung des Pilotprojekts zur Verbesserung der Qualitätsstandards in Kindertagesstätten.

Harald Krüger, Bürgermeister von Hessisch Oldendorf, wies auf die gestiegenen Ansprüche der Eltern an die Kinderbetreuung hin. 2013 hat er jede der Einrichtungen vor Ort begleitet und festgestellt, dass es seitens der Elternschaft durchaus hohe Ansprüche gibt und es Kindertagesstätten gibt, die bevorzugt nachgefragt werden.

„Das Programm soll nicht dazu führen, dass die Kindergärten vereinheitlicht werden“, so Thomas Priemer, „so wie es zum Beispiel Waldkindergärten gibt, integrative Kindergärten und andere, sollen alle in ihren Besonderheiten erhalten bleiben. Lediglich die Qualitätsstandards sollen gemeinsam steigen.“

 

Auch Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz betonte, dass es im Gegensatz zu externen, zeitlich begrenzten Coachings, hierbei auf die Beständigkeit ankomme. Im täglichen Umgang mit den Anforderungen und Aufgaben gehen solche Dinge wie Verbesserungsprogramme sonst oft unter, das Pensum sei zu breit aufgestellt.

Fischer, seit gut sechs Wochen mit der neuen Aufgabe betreut, hat zu Beginn des Pilotprojekts zunächst einmal alle 24 beteiligten Kindergärten und KiTas besucht, Erwartungen abgefragt und hatte trotz durchweg positiver, erster Resonanz auch mit vereinzelter Skepsis zu kämpfen: „Ich war in dem Kindergarten, wo ich auch meine Ausbildung zur Erzieherin gemacht habe. Jetzt stand ich plötzlich über den Kollegen, die mich ausgebildet hatten.“ Alle drei Monate trifft sich eine Lenkungsgruppe um Zwischenergebnisse zu besprechen. Ein eingeführtes Gütesiegel namens „QiP“ (Qualität im Prozess) soll dabei helfen.

 

Das KiTa-Gesetz basiert auf einer uralten Grundlage, so Priemer. Es sieht eine Erst- und eine Zweitkraft pro Kindergruppe vor. Bei einer Einrichtung mit vier Gruppen macht das eine Anzahl von acht Erzieherinnen. In der Praxis zu wenig, man braucht in der Regel auch Springerkräfte als Urlaubsvertretung, ebenso als Vertretung im Krankheitsfall. „Ich behaupte, man braucht inzwischen nicht acht, sondern 15 Mitarbeiter für vier Gruppen“, ergänzte Priemer. Eine Änderung des Gesetzes wäre eine Möglichkeit, die Situation zu entschärfen, allerdings ist die Lösung eher unwahrscheinlich. Dabei machten die Kommunen schon erheblich mehr als gesetzlich vorgeschrieben. Würde der Gesetzgeber die Bedingungen ändern und mehr zusätzliche Betreuerinnen zur Pflicht machen, müsste er die Schaffung der Stellen auch bezahlen.

 

Dabei gehe die Stadt durchaus auf individuelle Wünsche der Eltern ein. Buchholz: „Wenn bei uns zehn Eltern eine verlängerte Kinderbetreuung wünschen, dann machen wir das auch. Nur muss der Bedarf auch da sein.“ Bei zwei oder drei Anfragen müsse man nach Individuallösungen suchen, so Krüger, diese Last könne nicht allein dem Steuerzahler aufgebürdet werden.

Sogenannte „Zubuchungen von Stunden“ seien ebenfalls möglich, so Priemer, um ein Höchstmaß an Flexibilität zu erreichen. Die zusätzliche Verwaltungsarbeit sei groß, aber die Eltern nehmen das Angebot dankend an.  

Obwohl in Kürze eine Überarbeitung des Kindertagesstätten-Gesetzes ansteht, ohne klare Signale aus Berlin ist eine Aufstockung auf drei Erziehungskräfte pro Gruppe nicht zu erwarten.

Quelle: http://www.rinteln-aktuell.de, Meldung vom 15.05.2014 


Bloß kein Einheitsbrei

In Deutschland sind in den vergangenen Jahren Betreuungsplätze für Kinder wie Pilze aus dem Boden geschossen. Aber vielen Krippen und Kindergärten fehlt es an Klasse.

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Die Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz (v.l), Thomas Priemer und Harald Krüger unterstützen Projektleiterin Denise Fischer.

 


Rinteln. Um den guten Standard in den kommunalen Einrichtungen in Rinteln, Hessisch Oldendorf und im Auetal auf ein einheitlich hohes Niveau zu bringen, haben die Bürgermeister der drei Kommunen, Karl-Heinz Buchholz, Harald Krüger und Thomas Priemer, eine Qualitätsoffensive für Kindertagesstätten gestartet.

 

Die Leitung des Pilotprojekts hat Denise Fischer vom Familienzentrum Rolfshagen übernommen. Insgesamt beteiligen sich 24 Kitas an dem Projekt – zwölf in Hessisch Oldendorf, drei im Auetal und neun in Rinteln.

 

„Kindertagesstätten sind schon lange nicht mehr nur Betreuungs-, sondern auch Bildungseinrichtungen für Kinder. Nie zuvor wurden Kinder so lange außerhalb der eigenen Familie in Krippe, Kindergarten und Schule betreut. Dies stellt die Politik, die Gesellschaft und auch uns als Träger vor eine verantwortungsvolle Aufgabe. Der können wir nur durch qualifizierte Fachkräfte und dem Schaffen entsprechender Rahmenbedingungen Rechnung tragen“, erläutert Priemer.

 

„Eltern sind kritisch, wenn es um die Auswahl der richtigen Kindertagesstätte geht. Da spielen nicht nur die angebotenen Betreuungszeiten oder die Länge des Anfahrtweges eine entscheidende Rolle, sondern auch die Qualität der Erzieherinnen“, weiß Krüger. „Mit der Qualitätsoffensive wollen wir einen hohen Standard erlangen und es den Eltern erleichtern, die geeignete Betreuungsart und Einrichtung zu finden.“

 

„Um das Projekt auf sichere Beine zu stellen und auf lange Sicht für einen fortlaufenden Qualitätssicherungsprozess zu sorgen, haben wir uns entschlossen, eine fachlich kompetente Koordinatorin einzustellen. Auch aus Kostengründen haben wir entschieden, interkommunal zusammenzuarbeiten“, so Buchholz. „Frau Fischer wird in den nächsten zwei Jahren das Projekt leiten. Was danach kommt, müssen wir neu entscheiden.“ Qualität für die Betreuung und Bildung für unsere Kleinen sei Verantwortung, Aufforderung und Chance, ergänzt Priemer. „Von unseren Erfahrungen in diesem Projekt können andere Kommunen profitieren.“

 

Kindertagesstätten seien komplexe, einzigartige Beziehungsgefüge, so Fischer. „Die Qualität macht sich wesentlich daran fest, wie diese Beziehungen zwischen Kind, Familie und pädagogischen Fachkräften ausgestaltet und gelebt werden. Und inwieweit Fachberatungen, Vertreter der Träger und Mitarbeiter von kooperierenden Einrichtungen wie Grundschulen, Familienhilfe, Sprachbildung und -förderung dieses Beziehungssystem effektiv unterstützen.“ Um eine Entwicklung der Qualität in diesem Gefüge unterschiedlicher Fähigkeiten, Werte und Interessen umzusetzen, komme es darauf an, ein gemeinsames Verständnis von Bildung und Qualität in einem dialogischen Prozess herzustellen. „Dann ist es möglich, dass dieser von den Erzieherinnen getragen und organisiert werden kann“, so Fischer.

 

In der Qualitätsoffensive für Kitas wurden im ersten Schritt von Fischer die vorhandenen Qualitäten dokumentiert. Dafür habe sie Gespräche mit allen Leiterinnen und Leitern der Betreuungseinrichtungen geführt.

 

Im zweiten Schritt sollen Bewertungskategorien wie „Zusammenarbeit mit Familien“, „Teamentwicklung und Arbeitsorganisation“, „Kindliche Bildung“, „Bindung und Beziehung“, „Gestaltung von Übergängen“ und „Qualitätsmanagement“ nacheinander abgearbeitet werden, so Fischer. Der dritte Schritt soll dann die Qualitätsentwicklung fortführen und Qualitätsstandards sichern. „Mir ist bewusst, dass viele individuelle Kriterien in die Qualitätsbeurteilung einer Kindertagesstätte einfließen müssen. Deshalb wollen wir auch keine Einheitskindertagesstätten.“ Alle 24 teilnehmenden Einrichtungen sollten aber am Ende in der Lage sein, qualitativ hochwertige Arbeit auf hohem Niveau abzuliefern, nennt Fischer ihre Ziele.  

 

„Unser Handeln basiert auf Grundlage eines veralteten Kindertagesstättengesetzes. Die Formel lautete: zwei Betreuerinnen pro Gruppe – also vier Gruppen, acht Betreuerinnen. Die Aufgaben der Erzieherinnen haben sich stark verändert und sind wesentlich vielfältiger geworden. Sie sollen nicht nur betreuen, sondern den Kindern bei ihrer Entwicklung der intellektuellen, emotionalen, motorischen und sozialen Fähigkeiten helfen. Deshalb plädiere ich für drei Erzieherinnen pro Gruppe“, sieht Priemer als Aufgabe der Verwaltungen, das Projekt massiv zu unterstützen. peb

Quelle: http://www.sn-online.de, Artikel vom 13.05.2014 


"Ich suche keine Staubkörnchen"

Kindergarten- Koordinatorin Denise Fischer nimmt Arbeit auf


Denise Fischer in ihrem Büro im Familienzentrum Rolfshagen: Zuständig ist sie aber für Kindergärten nicht nur im Auetal, sondern auch in Rinteln und Hessisch Oldendorf. jak


Kontakt: Denise Fischer hat jeden Montag von 8 bis 11 Uhr und jeden Mittwoch von 11 bis 14 Uhr Sprechstunde in ihrem Büro im Familienzentrum Rolfshagen.

Rolfshagen/Landkreis. Von Problemen und Schwächen spricht Denise Fischer nicht gerne. „Ich bezeichne es lieber als Entwicklungspotenzial“, meint die neue Koordinatorin der Interkommunalen Qualitätsoffensive für Kindertagesstätten diplomatisch. Zu groß sei schon vorweg die Sorge einiger Beteiligter gewesen, dass nun alle Einrichtungen einen Stempel aufgedrückt bekämen. Alle nach dem gleichen Schema F standardisiert werden. Diese Angst will Denise Fischer ausräumen. Anfang April hat sie ihr Büro im Familienzentrum Rolfshagen bezogen, von dort aus soll sie jetzt in 30 Wochenstunden auch die kommunalen Kindergärten in Rinteln und Hessisch Oldendorf bearbeiten. Eine Revolution darf man sich hier aber wohl weniger erwarten, als eine Sicherung der bestehenden Qualitäten und ein schrittweises Beseitigen von Schwächen.

 

Zwar hat Fischer aus ihrer praktischen Arbeit auch konkrete Vorstellungen, wie ein guter Kindergarten aussieht, aber diese wolle sie nicht auf Biegen und Brechen durchsetzen, meint die aus Zersen bei Hessisch Oldendorf stammende Sozialarbeiterin und betont gleich : „Ich suche nicht im weißen Kittel nach Staubkörnchen.“

 

Einen weißen Kittel trägt Fischer weder im übertragenen, noch im Wortsinn. Statt hinter verschlossenen Türen, arbeitet sie lieber im direkten Kontakt, ist derzeit dabei, alle 25 Kinderbetreuungseinrichtungen, für die sie zuständig ist, persönlich zu besuchen. „Damit ich weiß, wovon ich spreche.“ Auch in Zukunft will sie in regelmäßigen Abständen vor Ort sein, um die Entwicklungsprozesse zu begleiten. Zu begleiten, nicht aber zu überwachen. Denn Fischer möchte zwar als Impulsgeberin agieren, nicht aber als mahnender Zeigefinger, der überall etwas zu bekritteln findet.

 

Daher nennt sie auch lieber die Stärken, die ihr bei ihren bisherigen Besuchen in den kommunalen Einrichtungen aufgefallen sind: „Die hohe Bindung an das Kind war wirklich schön zu beobachten“, freut sie sich, „und die gute Elternarbeit“. Beides Punkte, auf die man ideal aufbauen kann. Aufbauen kann Fischer auch auf dem, mit dem Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung erstellten, Bewertungskatalog. Diesen soll sie nun in die tägliche Arbeit der Kindertagesstätten implementieren, die gute Qualität der Arbeit sichern und voranbringen.

 

Wo genau in den hiesigen Kinderbetreuungseinrichtungen die größten Defizite sind, darüber hält sich Fischer noch bedeckt. Sie betont lieber, dass das individuelle Profil jedes Kindergartens erhalten bleiben solle. „Persönlich halte ich bei der Kindererziehung viel von Freiheit, nicht von überfrachteten Stundenplänen“, erklärt sie. Aber auch hier wolle sie sich nicht zu sehr in den Vordergrund drängen.

 

Zunächst gehe es darum zu klären, wo jeder Kindergarten jetzt mit seiner Arbeit stehe, und welche Ziele und Vorhaben man sich für die Zukunft setzt. Diesen Prozess will Denise Fischer konstruktiv begleiten.

Gemeinsam, und nicht gegen die bisher zuständigen Kräfte, soll sie die Qualitätsoffensive vorantreiben und dafür sorgen, dass die Unterschiede zwischen den Einrichtungen auf positive Weise erhalten bleiben, trotzdem aber Schwächen ausgebügelt und geforderte Standards eingehalten werden.

Und ob man es jetzt als Problem oder Entwicklungspotenzial bezeichnet, Arbeit gibt es für die neue Koordinatorin auf jeden Fall genug.  

 von Jakob Gokl

Quelle: http://www.schaumburger-zeitung.de/,  Artikel vom 23.04.2014 


2013

Qualität in der Kita ist ein wesentlicher Standortfaktor

- Qualitätsoffensive für Kindertagesstätten soll nachhaltig etabliert werden

LAND­KREIS (s­te). Un­ter dem Motto "­Die re­den ja im­mer noch..." hatte das Re­gio­nal­netz­werk Mitte des Nie­der­säch­si­schen In­sti­tuts für Früh­kind­li­che Bil­dung und Ent­wick­lung (nif­be) ein­ge­la­den, um einen Blick auf die Er­geb­nisse des zwei­jäh­ri­gen Pro­zes­ses der Qua­lität­sof­fen­sive in den kom­mu­na­len Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen von Hes­sisch Ol­den­dorf, Rin­teln und Au­e­tal zu wer­fen. Die­ser Ein­la­dung folg­ten rund 140 Teil­neh­mende in das Kul­Tou­ris­mus­Zen­trum der Stadt Hes­sisch Ol­den­dorf. Sie er­fuh­ren in ei­nem ein­lei­ten­den Vor­trag von Dr. Tho­mas Till­mann, dass eine gute Qua­lität der Bil­dung im Ele­mentar­be­reich bis zu ei­nem Jahr Ent­wick­lungs­un­ter­schied bei Kin­dern im Vor­schulal­ter aus­macht. Till­mann re­fe­rierte ü­ber Mög­lich­kei­ten und Er­fah­run­gen, Qua­litäts­ma­na­ge­ment­ver­fah­ren aus der Wirt­schaft auf Ki­tas zu ü­ber­tra­gen und stellte da­bei die von ihm mit­ent­wi­ckelte Me­thode des "Kita-Früh­lings­" vor.

Mit die­ser Me­thode sei es ge­lun­gen, in bun­des­weit mitt­ler­weile ü­ber 100 Ki­tas nach­hal­tige Er­folge sicht­bar zu ma­chen. Sa­rah Müthing und Bernd Wint­zer vom nifbe Re­gio­nal­netz­werk Mitte stell­ten den bis­he­ri­gen Pro­zess und die Er­geb­nisse der Qua­lität­sof­fen­sive vor. Un­ter­stützt wur­den sie da­bei von den drei Kita-Lei­te­rin­nen Heidi We­ber (Kita Min­ni­Ma­x), Gu­drun Struck­meier (Kita Zwer­gen­land) und Beate Schür­mann (Fa­mi­li­en­zen­trum Rolfs­ha­gen), die bei­spiel­haft das In­stru­ment zur Selbst­be­wer­tung der ei­ge­nen Ar­beit dar­stell­ten.

 

In ei­nem nächs­ten Schritt wer­den die Kita-Teams ihre Er­geb­nisse aus­wer­ten, um dann in ei­nem Dia­log mit El­tern und Trä­ger ge­zielt Maß­nah­men zur wei­te­ren Ver­bes­se­rung der Qua­lität zu ver­ab­re­den. Au­gen­zwin­kernd und mit großer Spiel­freude zeig­ten Mit­ar­bei­te­rIn­nen des Fa­mi­li­en­zen­trums Rolfs­ha­gen, in ei­nem sze­ni­schen Spiel die un­ter­schied­li­chen Aus­prä­gun­gen der Qua­lität in der Pra­xis.

 

Auf ei­nem ab­sch­ließen­den Po­dium wa­ren sich die Teil­neh­men­den ei­nig, dass die An­knüp­fung an den The­men der Ein­rich­tun­gen und die breite Be­tei­li­gung bei der Ent­wick­lung des Be­wer­tungs­in­stru­ments eine gute Ba­sis für eine nach­hal­tige Eta­blie­rung sei. Dr. Till­mann er­mu­tigte die An­we­sen­den wei­terzu­ma­chen. Po­si­tiv se­hen die Si­gnale der lo­ka­len Po­li­tik zur Ein­rich­tung ei­ner Ko­or­di­nie­rungs­stelle aus. Diese soll an die bis­he­ri­gen Er­folge in der in­ter­kom­mu­na­len Zu­sam­men­ar­beit der Qua­lität­sof­fen­sive an­knüp­fen und die Ein­rich­tun­gen maß­geb­lich un­ter­stüt­zen.  

 

Die drei Bür­ger­meis­ter Ha­rald Krü­ger (Hes­sisch Ol­den­dor­f), Karl-Heinz Buch­holz (Rin­teln) und Tho­mas Prie­mer (Au­e­tal) konn­ten da­her mit ei­ni­gem Stolz fest­stel­len, dass ihre ge­mein­same In­itia­tive ein er­folg­rei­ches Zwi­schen­fa­zit zie­hen kann. Sie be­dank­ten sich da­her aus­drück­lich bei al­len Be­tei­lig­ten für das ge­mein­sam Er­reich­te.

Quelle: http://www.schaumburger-wochenblatt.de,  Artikel vom 04.12.2013 Ausgabe-Nr. 49 A


Mehr Qualität für noch mehr Geld

 

 

 

Die Qualität in der Betreuung in den Kindertagesstätten soll weiter steigen, um diese attraktiv für junge Familien zu halten. Darin sind sich die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Jugend, Frauen und Integration noch einig.



Von Dietrich Lange. Aber ob man dazu eine neue Koordinatorenstelle braucht, da gehen die Meinungen auseinander. SPD, Grüne und WGS setzten sich mit 6:3 Stimmen durch – mit der Empfehlung an den Rat, diese Stelle zu besetzen.

 

Rinteln, Hessisch Oldendorf und die Gemeinde Auetal arbeiten in einem interkommunalen Trägerverbund zusammen und sind Träger von derzeit 24 Kinderbetreuungseinrichtungen: neun in Rinteln (24 Gruppen), drei im Auetal (zehn Gruppen) und zwölf in Hessisch Oldendorf (22 Gruppen). Im November 2011 wurde eine Qualitätsoffensive gestartet, um die Kitas zukunftsfähig zu machen. Wissenschaftlich begleitet wurde dies vom Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung (Nifbe e.V.), die Beratungsphase läuft jetzt aus. Bestandsaufnahme und Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit waren die Aufgaben. Dies soll zu einer Qualitätssicherung mit eigenen Bordmitteln führen, ohne viel Geld für eine Zertifizierung auszugeben.

 

Qualitätsmanagement heißt das Zauberwort, und dafür braucht es laut Stadtverwaltung eine Führungskraft als Koordinator. Mareen Fennert vom Familienzentrum präzisierte: „Möglichst ein Sozialarbeiter – und es geht um 30 Wochenstunden für zwei Jahre, das reicht für 24 Kitas kaum aus.“ Immerhin 35500 Euro würde die Stelle kosten, anteilmäßig verteilt auf die drei Kommunen – vermutlich nach Anzahl der Betreuungsgruppen. Auf Rinteln entfielen voraussichtlich 15214 Euro jährlich. Bisher hätten die Kita-Leitungen nur jeweils einen Fragebogen mit Antworten. Der Koordinator solle bei der Auswertung helfen und eine nachhaltige Umsetzung der Ideen sicherstellen.

 

Astrid Teigeler-Tegtmeier von der SPD fand diesen Schritt sinnvoll, denn in das Projekt seien schon viel Arbeit und Geld hineingesteckt worden. Antje Rinne (WGS) sah die Stadt in der Pflicht, weiterzumachen und die Qualität in den Kitas hochzuhalten.

Udo Schobeß (CDU) beklagte jedoch unnötige „Postenschafferei“, meinte, die 35500 Euro solle man lieber in die Kitas investieren. Nina Weißer (Grüne) sprach sich für eine Weiterentwicklung des gestarteten Verbesserungsprozesses aus, auch, um das engagierte Kita-Personal jetzt nicht auf halbem Wege zu frustrieren. Doch Schobeß vermutete schon eine neue Stelle für einen Nifbe-Mitarbeiter. Fennert wies dies energisch zurück.

Quelle: http://www.sn-online.de,  Artikel vom 25.10.2013 


„Von unwichtigen Dingen verabschieden“

Gerade in den ersten Lebensjahren lernt und entwickelt sich der Mensch besonders schnell, alle späteren Lernprozesse bauen auf den früh erworbenen Fähigkeiten auf; so belegen es zahlreiche Studien.

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Die Bürgermeister Karl- Heinz Buchholz (von links), Harald Krüger und Thomas Priemer mit Nifbe- Vorstandsmitglied Dieter Wuttig bei der Vertragsunterzeichnung.

 

 

Rolfshagen (jhü). Frühkindliche Bildung ist das Stichwort – das Thema „Qualität“ in Kindertagesstätten wird seit mehr als zehn Jahren immer mehr öffentlich diskutiert. Schon lange haben sie nicht mehr nur den Erziehungsauftrag, sondern in gewissem Maße auch einen Bildungsauftrag. Der Grund: Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ändern sich. Der Mensch – sei es im Alltag oder im Beruf – muss sich immer besser anpassen und sich auf Neues einstellen können.

 

Die Bedeutung der Qualität schlägt sich auch in den Bildungs- und Orientierungsplänen für Kindertagesstätten der Bundesländer nieder. Um die Herausforderungen zu bewältigen, haben die Kindertagesstätten der drei Kommunen Rinteln, Auetal und Hessisch Oldendorf, zusammen mit dem Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (Nifbe) Regionalnetzwerk Mitte, im November 2011 eine sogenannte Qualitätsoffensive gestartet. Jetzt wurde die Fortführung der Arbeit für ein weiteres Jahr schriftlich vereinbart. Die drei Bürgermeister aus Rinteln, Auetal und Hessisch Oldendorf Karl-Heinz Buchholz, Thomas Priemer und Harald Krüger und Nifbe-Vorstandsmitglied Dieter Wuttig unterzeichneten den entsprechenden Vertrag im Familienzentrum Rolfshagen.

 

Beate Schürmann, Leiterin des Familienzentrums, empfindet die Arbeit mit dem Nifbe als spannend und interessant. „Die Hoffnung, Ressourcen zu finden, sich von unwichtigen Dingen zu verabschieden, die Konzeption auf qualitativ gute Säulen zu stellen, hat mir Mut gemacht, mich für die Qualitätsoffensive zu engagieren.“ Besonders finde sie auch, dass die Arbeit Prozess begleitend ist. Es gebe kein Qualitätshandbuch nach ISO, das einem sagt, was zu tun ist. Dafür sei jede Kita viel zu einzigartig.

 

Regelmäßig trifft sich die 15-köpfige Lenkungsgruppe, um den Prozess zu strukturieren und zu steuern. Der Initiative gehören an die Vertreter der Kommunen, die Kita-Leitungen und -Mitarbeiter, die Eltern, die Fachberatung des Landkreises Schaumburg und die Moderatoren des Nifbe. Gemeinsam werden Kategorien gesucht, nach welchen eine Kita bewertet werden kann.

 

Eine Kategorie ist beispielsweise die Zusammenarbeit mit der Familie. Im Arbeitskreis der Kita-Leitungen werden Kriterien für die Qualität dieser Kategorie entwickelt. Danach kann die eigene Kita bewertet werden.

Bis zum Sommer 2013 soll ein komplettes Bewertungsprofil aller Einrichtungen zu dann insgesamt acht Kategorien feststehen.  

Durch die Qualitätsoffensive solle am Ende die vorhandene Qualität transparent gemacht werden, so Thomas Priemer. Für Eltern sei es dann leichter, entsprechend der Persönlichkeit und der Bedürfnisse ihrer Kinder, die geeignete Betreuungsart und Einrichtung zu finden. Auf Seite der Kitas sei die Zusammenarbeit auf interkommunaler Ebene die Möglichkeit, voneinander zu lernen. 

Quelle: http://www.sn-online.de,  Artikel vom 01.02.2013 


2011

Qualität heißt auch, sich ständig weiter zu entwickeln

Auftaktveranstaltung "Qualitätsoffensive für Kindertagesstätten" mit Ausstellung

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 RIN­TELN (s­te). Mit ei­nem ge­mein­schaft­li­chen Pro­jekt "Qua­lität­sof­fen­sive für Kin­der­ta­gesstät­ten" wol­len die Städte Rin­teln, Hes­sich Ol­den­dorf und die Ge­meinde Au­e­tal in­er­halb ei­nes Jah­res mit al­len Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen der drei Kom­mu­nen ge­mein­same Qua­litäts­stan­dards er­ar­bei­ten, die ü­ber­grei­fend gel­ten. "Ist Qua­lität in Be­zug auf Bil­dung, Er­zie­hung und Be­treu­ung von Kin­dern ü­ber­haupt mess­bar?", fragte Rin­telns Bür­ger­meis­ter Karl Heinz Buch­holz bei der Eröff­nungs­rede im Brück­en­tor­saal. Mit die­sen Fra­gen ste­hen die Kom­mu­nen

Dank der Un­ter­stüt­zung durch das "­Nie­der­säch­si­sche In­sti­tut für früh­kind­li­che Bil­dung und Ent­wick­lung" Re­gio­nal­netz­werk Mitte (kurz "­nif­be") nicht al­leine da. Als Part­ner ste­hen Sa­rah Müthing und Bernd Wint­zer vom "­nif­be" zur Sei­te, die die­sen Pro­zess mo­de­rie­ren und be­glei­ten wer­den.  

"Wo uns die­ser Weg hin­führen wird, kön­nen wir noch nicht ex­akt sa­gen.

Was wir je­doch heute be­reits ge­nau wis­sen ist, dass in al­len Ein­rich­tun­gen be­reits qua­li­ta­tiv hoch­wer­tige Ar­beit von un­se­ren Er­zie­he­rin­nen und Er­zie­hern ge­leis­tet wird", so Buch­holz wei­ter. Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen sind längst keine rei­nen Spiel-Ein­rich­tun­gen mehr. Sie ha­ben einen ei­genstän­di­gen Bil­dungs-, Er­zie­hungs- und Be­treu­ungs­auf­trag. Die Er­zie­he­rin­nen und Er­zie­her müs­sen sich je­den Tag den un­ter­schied­lichs­ten An­for­de­run­gen stel­len. Sei es den Er­war­tun­gen der Po­li­tik, der Fach­be­ra­tung, der El­tern, des Trä­gers oder de­nen der Kol­le­gen. "­Doch die al­ler­wich­tigs­ten Er­war­tun­gen", so Buch­holz wei­ter, "­sind die der Kin­der, die mit ih­ren be­rech­tig­ten Ent­wick­lungs­an­sprüchen ein Recht auf op­ti­male Bil­dungs­chan­cen und Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten ha­ben."


Die Zu­sam­men­ar­beit mit El­tern im Rah­men ei­ner Er­zie­hungs­part­ner­schaft be­deu­tet, zu ih­nen in ei­nem of­fe­nen, trans­pa­ren­ten und von Ver­trauen und ge­gen­sei­ti­gem Re­spekt ge­tra­ge­nen Dia­log zu ste­hen. Dar­auf ha­ben sich die Bür­ger­meis­ter der drei Kom­mu­nen ge­ei­nigt und einen Ko­ope­ra­ti­ons­ver­trag un­ter­zeich­net. Ne­ben Buch­holz ist für Hes­sisch Ol­den­dorf Ha­rald Krü­ger und für die Ge­meinde Au­e­tal Tho­mas Prie­mer mit im Boot. Be­reits im Jahr 2008 wurde das Thema Qua­lität in Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen mit der Er­stel­lung ei­nes ge­mein­sa­men Leit­bil­des ins Le­ben ge­ru­fen. "Qua­lität heißt auch, sich stän­dig wei­ter­zu­ent­wi­ckeln", so Rin­telns Bür­ger­meis­ter. Kin­der­ta­gesstät­ten und an­dere so­ziale Ein­rich­tun­gen wer­den im­mer mehr zum Le­bens­raum für Kin­der, Ju­gend­li­che und El­tern, sie sind als Bil­dungs­häu­ser der Zu­kunft, in de­nen die Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner Ki­tas und Grund­schu­len näher zu­sam­men­rü­cken, und als Orte des ge­mein­sa­men Ler­nens und Le­bens zu se­hen.

Zahl­rei­che Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen aber auch viele in­ter­es­sierte El­tern folg­ten der Ein­la­dung zur Auf­takt­ver­an­stal­tung, die mit der Wan­deraus­stel­lung "Päd­ago­gien" im Brück­en­tor­saal statt­fand. Durch das Pro­gramm führ­ten Sa­rah Müthing und Bernd Wint­zer vom "­nif­be". Hier gehört ne­ben der Vor­stel­lung des Kon­zep­tes auch ein Re­fe­rat "­Bil­dung & Be­zie­hung in Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen" von Dr. Bir­git Beh­ren­sen zum Pro­gramm.

 

"Von Im­mer­so­ge­we­sen nach Neu­den­ken" stell­ten Päd­ago­gen der Kin­der­ta­ges­ein­rich­tung Rolfs­ha­gen eine spie­le­ri­sche Annähe­rung an den Qua­litäts­be­griff dar. 

Quelle: http://www.schaumburger-wochenblatt.de,  Artikel vom 26.11.2011 Ausgabe-Nr- 47B


„Von Immersogewesen nach Neudenken“

 Die Arbeit in den Kindertagesstätten von Rinteln, Hessisch Oldendorf und der Gemeinde Auetal soll noch besser werden. Vor 130 Zuhörern im Brückentorsaal wurde jetzt die dafür ausgewählte Qualitätsoffensive gestartet. Wissenschaftliche Unterstützung, Lernen an Beispielen anderer und sich auf neues Einlassen, ist die Devise. In einem Jahr werden die Ergebnisse vorgestellt. 

© tol
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Im Brückentorsaal zeigen Angehörige der Kita Rolfshagen in einem Rollenspiel vor rund 130 Erzieherinnen und Eltern, wie es in Kindergärten früher war und wie es bald sein sollte.

 

Rinteln (dil). „Qualität heißt auch, sich ständig weiterzuentwickeln. Die Kooperationspartner Kindertagesstätte und Grundschule rücken immer enger zusammen, denn das schafft bessere Startbedingungen für das spätere Leben“, führte Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz in seiner Begrüßung aus. Die ohnehin lobenswerte Arbeit verbessern, hielten auch die Bürgermeister Thomas Primeer (Auetal) und Harald Krüger (Hessisch Oldendorf) für sinnvoll.

Die Soziologin Birgit Behrensen von der Forschungsstelle für Begabtenförderung der Universität Osnabrück referierte dann über „Bildung und Beziehung in Kindertageseinrichtungen“. Sie riet den Betreuungskräften, eine möglichst gute individuelle Beziehung zu jedem Kind aufzubauen, denn das erleichtere dem Kind die stressfreie Bildung. „Dann müssen Sie aber auch Nahrung für Wissbegierde und Neugier des Kindes liefern“, fuhr Behrensen fort. „Benachteiligte Kinder profitieren von der guten Qualität einer Kita sehr. Funktioniert die Beziehung dort aber nicht, kann es später um so gravierendere Folgen haben.“ Sie meinte größere Aggressivität und noch mehr Lernhemmung. Außerdem seien Aspekte wie Gerechtigkeit bei der Verteilung von Aufmerksamkeit, Leistungsanforderung und Beziehung zu beachten.

Bernd Wintzer vom Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe), Regionalnetzwerk Mitte, nannte die Ziele der Qualitätsoffensive:

- Verbindliche, transparente und vergleichbare Qualitätsstandards bei Erhalt der Vielfalt der Einrichtungsprofile.

- Austausch und Annäherung der unterschiedlichen Erwartungen und Sichtweisen der Beteiligten zu den Aufgaben der pädagogischen Fachkräfte und zum Bildungsverständnis.

- Qualitätsentwicklung und -sicherung verstetigen.

Dieser Prozess sei auf ein Jahr angelegt, so Wintzer, und auch die Eltern würden einbezogen. Realisiert wird die Qualitätsoffensive in folgenden Phasen:

  • September bis November 2011: Einrichtung der Lenkungsgruppe, Verständigung über Ziele und Phasen der Qualitätsoffensive sowie Auftaktveranstaltung.
  • Oktober 2011 bis März 2012: Bestandsaufnahme und Ist-Analyse in den Einrichtungen durch viele Vor-Ort-Gespräche.
  • Mai bis Juni 2012: Identifikation von und Bearbeitung gemeinsamer Themen und Herausforderungen.
  • Juni 2012: Vereinbarung von konkreten Zielen mit den einrichtungen.
  • Juni bis Oktober 2012: Umsetzung der verabredeten Maßnahmen in den Kitas.
  • November 2012: Auswertung und öffentliche Präsentation der Ergebnisse.

Viel Beifall gab es anschließend für Rollenspiele des Temas der Kindertagesstätte Rolfshagen unter dem Motto „Von Immersogewesen nach Neudenken“. In Szenen über das Gestern, Heute und eventuelle Morgen der Kita-Betreuung vom Toilettengang bis zum Elterngespräch näherten sich Beate Schürmann, Sylke Müller, Ulrike Bauer, Andrea Limburg und Doreen Schulz spielerisch dem Qualitätsbegriff.

Dass dieser Begriff bisher nicht einheitlich gesehen wird, machte die anschließende Podiumsdiskussion unter Moderation von Harald Grube deutlich. Da wurde Offenheit für Neues (Kreis-Fachberaterin Ursula Büthe) ebenso genannt wie messbare Qualitätsstandards. Priemer hielt angesichts der ja auch zu finanzierenden Verbesserungen Augenmaß und Verbesserung des Übergangs zur Schule für sinnvoll, sah aber auch die Notwendigkeit, nach einem Jahr weitere Maßnahmen draufzusatteln.  

Auf ausgelegten Stimmzetteln konnten die Besucher notieren, was sie selbst bei dieser Offensive bewegt. Hier wurde mehr Zeit für die Betreuung der Kinder gewünscht. Aber auch „nicht noch mehr Aufträge für diselbe Vergütung“ war zu lesen. Eine Stimme hoffte, eine andere Sichtweise auf das zu bekommen, was wichtig ist. 

Abschließend eröffnete Krüger die Wanderausstellung „Pädagogien“, die bis Freitag zu sehen ist. Am Donnerstag gibt es um 14 und 15 Uhr begleitete Führungen durch die humorvolle Schau. 

 

Quelle: http://www.sn-online.de,  Artikel vom 15.11.2011   


Kommunen wollen gemeinsame Standards für Kitas

Foto: Bilderbox
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An den Kitas in Hessisch Oldendorf, Rinteln und Auetal sollen neue gemeinsame Standards eingeführt werden. Eine wissenschaftliche Gruppe erhebt erstmal den aktuellen Status Quo.

Rinteln (mld). Keine Kindertagesstätte gleicht der anderen: Die eine liegt mitten in der Stadt, die andere auf dem Dorfe, die Mitarbeiter haben unterschiedliche Fortbildungen besucht. Eltern, deren Kinder Einrichtungen in Rinteln, Hessisch Oldendorf und der Gemeinde Auetal besuchen, sollen jetzt aber in allen Einrichtungen gewisse Standards vorfinden.

 

Innerhalb eines Jahres sollen alle Kindertageseinrichtungen (Kitas) der drei Kommunen unter die Lupe genommen und Qualitätsstandards erarbeitet werden, die für alle Einrichtungen gelten sollen. Darauf haben sich die Bürgermeister der drei Kommunen geeinigt.

 

Unterstützt werden die Kommunen vom „nifbe“, dem Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung. „Wir müssen den Eltern gegenüber Qualität signalisieren“, sagte auch Harald Krüger, Bürgermeister von Hessisch Oldendorf. Kitas seien „keine reinen Spieleinrichtungen“. Sie leisteten bereits jetzt gute Arbeit – „aber Qualität heißt auch, sich ständig weiterzuentwickeln.“

Gemeinsame Bereiche könnten zum Beispiel Medienkompetenz sein, die Vermittlung von Fremdsprachen im jungen Alter oder der vermehrte Einsatz von Musik. 

 

Eine sogenannte Lenkungsgruppe – bestehend aus Vertretern des nifbe, der Kommunen, des Landkreises Schaumburg sowie Leiter und Mitarbeiter verschiedener Einrichtungen – soll die Arbeit bald aufnehmen.


Quelle: http://www.dewezet.de,  Artikel vom 07.09.2011  


Kommunen wollen Standards für Kitas einführen

Keine Kindertagesstätte gleicht der anderen: Die eine liegt mitten in der Stadt, die andere auf dem Dorfe, die Mitarbeiter haben unterschiedliche Fortbildungen besucht, meist setzen sie verschiedene Themenschwerpunkte. 

Foto: mld
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Wollen bei Kindertagesstätten künftig enger zusammenarbeiten: die Bürgermeister Priemer, Buchholz und Krüger mit (hinten, von links) Bernd Wintzer und Sarah Müthing vom nifbe, Mareen Fennert, Margareta Seibert von der Stadt Hessisch Oldendorf und Dieter Wuttig von der Stadt Hannover.

 

Rinteln (mld). Eltern, deren Kinder Einrichtungen in Rinteln, Hessisch Oldendorf und der Gemeinde Auetal besuchen oder besuchen werden, sollen jetzt aber in allen Einrichtungen gewisse Standards vorfinden. Darauf haben sich die Bürgermeister der drei Kommunen geeinigt und einen Kooperationsvertrag unterzeichnet.

 

Binnen eines Jahres sollen alle Kindertageseinrichtungen (Kitas) der drei Kommunen unter die Lupe genommen und Qualitätsstandards erarbeitet werden, die für alle Einrichtungen gelten sollen. Mit dieser Arbeit stehen die Kommunen nicht allein da, unterstützt werden sie vom nifbe, dem „Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung“.

 

Laut Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz sollen so „Forschung und Lehre und die Erfahrungen aus der Praxis“ zusammengebracht werden, hier seien die Kommunen und das nifbe „Partner auf gleicher Augenhöhe“. Eine sogenannte Lenkungsgruppe – bestehend aus Vertretern des nifbe, der Kommunen, des Landkreises Schaumburg sowie Leiter und Mitarbeiter verschiedener Einrichtungen – soll die Arbeit bald aufnehmen. So soll in jeder Einrichtung eine Aufnahme dessen erfolgen, was dort bereits vorhanden ist, um daraus Standards zu erarbeiten.

 

Nicht nur stellt das nifbe die Fachleute zur Verfügung, auch erhofft es sich durch diese Kooperation einigen Erkenntnisgewinn: „Wir freuen uns, dass wir hier einen Beitrag leisten können, und sind gespannt darauf, welche Erkenntnisse wir aus dieser Region gewinnen können“, sagte Dieter Wuttig, Leiter des Fachbereichs „Bildung und Qualifizierung“ der Stadt Hannover, Träger des nifbe-Regionalnetzwerks Mitte.

 

„Gerade das Thema Transfer ist uns wichtig“, sagte Bernd Wintzer vom nifbe, also die Frage, wie schnell und reibungslos Erkenntnisse von einer Einrichtung auf andere übertragen werden können. Gerade die Kooperation mit diesen drei Kommunen sei „spannend“, so Wintzer, da sie über die Kreisgrenzen hinaus geschehe.

 

Die drei Kommunen seien „prädestiniert“ dafür, zusammenarbeiten, so Auetals Bürgermeister Thomas Priemer: „Es gibt schon viele Gemeinsamkeiten.“ Die Einführung von Qualitätsstandards in allen Kitas sei eine „Chance für alle Mitarbeiter, sich weiter zu qualifizieren“, zumal der Bedarf der Eltern sich ständig verändere.

„Wir müssen den Eltern gegenüber Qualität signalisieren“, sagte auch Harald Krüger, Bürgermeister von Hessisch Oldendorf. Kitas seien „keine reinen Spieleinrichtungen“. Sie leisteten bereits jetzt gute Arbeit – „aber Qualität heißt auch, sich ständig weiterzuentwickeln.“

 

Gemeinsame Bereiche könnten zum Beispiel Medienkompetenz sein, die Vermittlung von Fremdsprachen im jungen Alter oder der vermehrte Einsatz von Musik.

 

Koordinieren wird das Projekt aufseiten der Kommunen Rintelns Gleichstellungsbeauftragte Mareen Fennert über das neu eingerichtete Familienzentrum.


Quelle: http://www.sn-online.de,  Artikel vom 01.09.2011